Voga Longa 2010 – Gedenken an Ulf

Heute geht Yingjun auf Paddeltour im Havelland. Vor zwei Jahren waren wir mit Freunden und Kajaks etwas weiter weg: Venedig. Ein Jahr zuvor schon hatten wir versucht, an der jährlich zu Pfingsten stattfindenden Voga Longa teilzunehmen, der großen Regatta muskelgetriebener Schwimmkörper, die vor etlichen Jahren als Protest gegen das fatale Anwachsen des Motorbootverkehrs und das zeitgleiche Aussterben der traditionellen Ruderboote erfunden worden war. Mieses Wetter mit Sturm hatte unsere Teilnahme allerdings im letzten Moment vereitelt. Statt vom Campingplatz in Fusina quer über die Lagune zum Start der Regatta vor dem Markusplatz zu paddeln, nahmen wir die Fähre und genossen die Feststimmung in der Stadt, wo vom Sturm fast nichts zu spüren war. Noch während wir auf die Fähre warteten wurden wir Zeugen eines Schiffbruchs: Ein Rudervierer kam nicht gegen Wind und Welle an und zerschellte an Holzpfählen, die das Fahrwasser begrenzen.

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Pfingsten 2010 sah alles ganz anders aus. Das größere Abenteuer hatten wir allerdings schon einen Tag früher bestanden, als wir unsere Kajaks unweit des zentralen Parkhauses zu Wasser ließen und standesgemäß auf dem Wasserweg zu unserer Ferienwohnung fuhren. Während am Tag der Voga Longa selbst die Kanäle für den motorisierten Verkehr gesperrt sind, mussten wir uns unseren Weg durch das Labyrinth zwischen allerlei Motorbooten hindurch suchen.

Nach dem Einbiegen in einen der vielen kleinen Kanäle landeten wir unversehens in einer Sackgasse. Eine Brücke, unter der wir eigentlich hindurchfahren wollten, stellte sich als viel zu niedrig heraus. Die Querung des Canale Grande mitten im Berufsverkehr erhöhte dann noch einmal ganz gehörig den Adrenalinausstoß. Nahe der Ferienwohnung La Madoneta hatten wir uns schon vor der Anreise aus Deutschland mit Hilfe von Satellitenaufnahmen im Internet einen geeigneten Parkplatz für unsere Boote ausgeguckt – den Vorplatz der Grabeskirche von Marco Polo. Leider war diese wohl scon seit längerer Zeit geschlossen und wirkte bei näherer Betrachtung auch reichlich heruntergekommen und baufällig.

Die Voga Longa – das Bild zeigt den morgendlichen Start vor dem Markusplatz – war ein herrliches Erlebnis. Tausende von Ruderbooten, Kajaks und Kanadiern gingen auf den Rundkurs über Burano und Murano, um dann den Canale Grande in ganzer Länge zu befahren und am Nachmittag wieder vor dem Markusplatz einzutreffen.

Besonders gern denke ich auch daran zurück, dass ich eine lange Zeit gemeinsam mit Ulf gefahren bin, der 2011 leider viel zu früh starb.

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