Travelling light

Es ist halb zwölf, und ich sitze seit einer halben Stunde in der etwas unterkühlten Ankunftshalle des Flughafens Johannesburg. Meine Doppelpremiere – Äquatorüberquerung und Airbus A 380 – hätte ich mir anders vorgestellt. Nach einer Stunde am Gepäckband war klar, dass meine Tasche nicht mit mir gereist war. Das wusste man hier im übrigen schon lange! Mein Name stand als einer von ca. 30 in einer Email, in der schon kurz nach dem Abflug in Frankfurt mitgeteilt wurde, dass das Gepäck fehlen würde.

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Eine Mitarbeiterin hier erklärte mir dann, das sei tägliche Routine, weil die Beladung des A 380 in Frankfurt so lange dauere. Wegen des Nachtflugverbots blieben dann einfach alle Koffer und Taschen zurück, die bis 21.30 Uhr nicht eingeladen sind. Das sei für Lufthansa das kleinere Übel. Denn bei Verzögerungen liefen sie ansonsten Gefahr, erst am nächsten Morgen starten zu dürfen und auch 500 Passagiere eines ausgebuchten A 380 in Hotels in Frankfurt unterbringen zu müssen…

Eigentlich sollte ich dann auch vom Flughafen abgeholt werden. „Booking confirmed by conference organiser“ hatte es noch vorgestern in einer Email geheißen. Nur von einem Fahrer, der erwartungsfroh meinen Namen auf einem Pappschild präsentiert, fehlte jede Spur. Gut, dass ich eine Telefonnummer bekommen hatte. Dort wusste man von rein gar nichts, beeilte sich aber meine Beförderung ad hoc zu organisieren.

Vor dem „Motel Mi Pi Chi“ angekommen schien auch dort niemand mit meiner Ankunft zu rechnen. Abweisende Zieglmauern umgeben dieses kleine Guesthouse. Eine Klingel gab es mal, und die Telefonnummer, die unter den fünf stolzen Sternen, die die Qualität dieses Etablissements anpreisen, an der Mauer prangt, war nicht besetzt. Zwei Jungs aus der Nachbarschaft sorgten schließlich dafür, dass sich eine Eisenpforte in einer Gasse für mich öffnete.

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Zwei Stunden später: Inzwischen habe ich mich so gut es mit der Minimalausstattung aus meinem Handgepäck geht eingerichtet und finde es in meinem Raum mit Glassfront und privatem Innenhof auch ganz gemütlich. Dazu haben ein heißer Tee, die weit geöffneten Glastüren und die zusätzlich angeschaltete Heizung nicht unweswentlich beigetragen. Draußen scheint die südafrikanische Wintersonne bei 20° C.

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