Schokolade vom Wüstenschiff

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Die Fahrt begann im Sonnenschein mit Blick auf vereinzelte Schauer am Horizont – und endete im Staubsturm. Nicht weit der Stadtgrenzen wartete dann gemeinsam mit Martin, dem deutschen General Manager einer exklusiven Molkerei eine süße Überraschung. Hier befindet sich der weltweit einzige Hersteller von Kamelmilchschokolade. Wobei der Begriff „Hersteller“ eigentlich irreführend ist. 3000 Dromedare werden hier dreimal täglich gemolken; die durchschnittlich 10 l pro Tier werden überwiegend gefriergetrocknet und dann mit Sondergenehmigung seitens der EU-Behörden nach Wien ins Werk des Traditionsherstellers Manner geschafft, um dort zu hochwertiger Schokolade verarbeitet zu werden. Nach Martins Auskunft ist der Import von Kamelmilchprodukten in der EU noch verboten, doch die Einspruchsfrist gegen einen entsprechenden Antrag seiner Firma im Besitz des Scheichs von Dubai endet dieser Tage. Wenn nicht Spanien zum Schutz seiner Kamelzucht auf den Kanarischen Inseln noch im letzten Moment ein Veto einlegt, hofft Martin, der zuvor bei Stollwerk im Management gearbeitet hatte, bald auch das Premium Segment des deutschen Schokoladenmarktes zu erobern. Neben dem Geschmack und der Exklusivität dieser Süßigkeit werden sicher Gesundheitsargumente in das Marketing einfließen. Schließlich hat Kamelmilch nur 1,9% Fett und kann auch problemlos von der wachsenden Zahl von Menschen mit Laktoseintoleranz genossen werden. Schreibt mir, wenn ihr die erste Tafel Kamelmilchschokolade aus Dubai in einem Geschäft entdeckt.

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