Da war doch was?

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Warum war ich gleich noch in Dubai? Die Jagd nach chinesischen Händlern war anfangs gar nicht so einfach… Doch nachdem ich die ersten ausfindig gemacht hatte, waren sie plötzlich überall.

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Mode- und Schuhhändler hatte ich ja schon auf dem ersten kurzen Stopover auf dem Weg nach Dakar gefunden. Das ganze Ausmaß der chinesischen Präsenz hier war mir allerdings verborgen geblieben. Meine Gesprächspartner schätzten, dass es in Dubai 200.000 bis 300.000 Chinesen gäbe.

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Zuviele für den Geschmack vieler Chinesen selbst. Schließlich machen sich alle gegenseitig Konkurrenz mit ihren Billigprodukten. Da nun auch aufgrund einer erheblichen Abwertung der iranischen Währung seit einiger Zeit auch noch dieser zuvor sehr wichtige Absatzmarkt weggebrochen ist, drehen viele nur noch Däumchen, chatten oder vetreiben sich die Zeit mit Handyspielen.

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Eigentlich ist Dubai mit seiner einheitlichen Importsteuer von 5% ein idealer Handelsplatz. Weitere Steuern existieren nicht, der Staat finanziert sich durch Verwaltungsgebühren, und Gewinnerwartungen im Handel sind recht gut kalkulierbar, wenn alles rund läuft. Tut es aber in vielen Bereichen eben nicht mehr. Schuh- und Textilhändler, mit denen ich sprach, setzen inzwischen nicht mehr Ware um als beispielsweise in Ghana.

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Auch die auf den afrikanischen Markt spezialisierten Händler klagen darüber, dass zuviele chinesische Anbieter in Afrika unterwegs sind, zuviele Afrikaner inzwischen auf Einkaufstour nach China gehen und natürlich viel zu viele chinesische Konkurrenten in Dubai hocken. Einzig das Geschäft mit Mobiltelefonen chinesischer Produktion floriert ungebrochen und ist zwischen chinesischen, pakistanischen und indischen Händlern aufgeteilt. In Ghana und Senegal hingegen waren Versuche von Chinesen weitgehend gescheitert, dort Handys zu importieren.

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Ein positiver Effekt der großen Zahl von Chinesen ist jedoch nicht zu übersehen. Es hat sich eine Infrastruktur etabliert, die ein „chinesisches“ Leben in Dubai möglich und angenehm macht. Es lohnt sich spezifische Produkte und Dienstleistungen speziell für die eigenen Landsleute anzubieten, seien es nun chinesische Lebensmittel, eine eigene chinesischsprachige Tageszeitung, die typische Neujahrsdeko oder Dokumenten- und Überweisungsservices.

Das wars erstmal aus Dubai.

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