Schleimünde im Mai

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Aller guten Dinge sind zwei. Hatten wir unser jährliches Himmelfahrtskommando – erstmals mit Frauenbeteiligung – am Freitag nach Himmelfahrt wegen stürmischen Winds und kräftiger Welle abbrechen müssen, so erwartete uns in leicht veränderter Besetzung eine Woche später beinahe ein Ententeich, wo eine Woche zuvor noch aufgewühltes Meer war. So starteten wir wo wir vor Wochenfrist unsere Paddeltour beendet hatten, in Sieseby. Mit sanftem Rückenwind und bis an den Rand beladenen Kajaks paddelten wir nach Nordwesten, vorbei an Arnis mit seiner Seilfähre, zunächst nach Kappeln mit seinen Heringszäunen. Dort gab es Fischbrötchen bei „Jutta“. Obwohl der Imbiss eine Goldgrube ist und die Fischprodukte durchweg von sehr guter Qualität sind, habe ich selten so freud- und humorlose Geschäftsleute gesehen. Fast schien es, als leisteteten die Leute Fronarbeit. So wenig waren sie zum kleinsten Zeichen von Freundlichkeit bereit.

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Die Lotseninsel zeigte sich uns dann ungewöhnlich windstill. Und für einige Minuten schien sogar die Sonne die Wolkendecke durchbrechen zu wollen. Doch am Abend wurde es dann so diesig, dass der Himmel mit dem Meer am Horizont vollständig verschmolz. Nur ganz wenige Paddler hatten diesmal den Weg nach Schleimünde gefunden. Aber eine zunehmend volltrunkene Horde Segler sorgte dafür, dass niemand so richtig die ruhige Stimmung genießen konnte. Sie feierten Bootstaufe und Geburtstag, und erst der in tiefer Nacht einsetzende Regen brachte sie zum Schweigen. Die Ruhe war jedoch nur von recht kurzer Dauer, weil der Regen später von dichtem Nebel abgelöst wurde, der von der Ostsee hereinzog. Unablässig war nun durchdringend das Nebelhorn zu hören, weil das Signallicht des Leuchtturms vom Nebel verschluckt wurde.

Immerhin konnten wir im Trocknen frühstücken, unsere Zelte trocken zusammenpacken und bei angenehmen Temperaturen wieder in See stechen. Wie eine Perlenkette reihte sich entgegenkommend ein Segelschiff ans andere, als wir entlang der Fahrrinne wieder zurück nach Sieseby paddelten. Im Landcafé Bocksrüde konnten wir nach einem erneuten Fischbrötchenstop in Kappeln dann noch bei Torte und Tee bei ca. 18° C im Garten sitzen, während es in Hamburg bei winterlichen Temperaturen regnete.

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