Moderne Keramik in Yingge

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Yingge ist seit einer halben Ewigkeit für die Keramikherstellung bekannt. Als ich Mitte der achtziger Jahre in Taibei studierte, hatte ich einmal einen Taiwanesen begleitet, der als Hüter der Qualität von Fabrik zu Fabrik unterwegs war, um die Produktion von Gebrauchskeramik  im Auftrag großer amerikanischer oder europäischer Kunden zu kontrollieren.

Seit ein paar Jahren schon ist Yingge ein Ausflugsziel für Großstädter aus Taibei, die hier am Wochenende durch hunderte von Läden schlendern, die vom winzigen Teetässchen bis zur übergroßen Vase alles anbieten, was in der weiteren Umgebung produziert wird. Und selbst Produkte aus festländischer Produktion sind beinahe allgegenwärtig, weil sie billiger sind. Da muss man schon genauer hinsehen.

Früher waren es Teller, Keramikkochtöpfe, Reisschalen, Teetassen, Teekannen und dergleichen, die man hier in einigen wenigen Läden kaufen konnte. Nicht weit vom Bahnhof Yingges entfernt schienen sie, verstaubt und düster, Botschafter aus einer vergangenen Zeit zu sein. Wer hätte damals gedacht, dass dieses Städtchen einmal einen solchen Boom erleben würde.

Zur heutigen Attraktivität trägt aber auch das Keramikmuseum erheblich bei. Ähnlich wie in einigen der Keramikgeschäfte im Ort werden Kurse für Kinder angeboten. Die Erwachsenen erbauen sich derweil an den Ausstellungen zur historischen Entwicklung der Keramikherstellung in Yingge, zu technischen Fragen von Brand und Glasur.IMG_1543

Den Höhepunkt bildet aber zweifelsohne die große Ausstellung taiwanesischer Keramikkünstler, die hier ihre Werke präsentieren. Von der klassischen Schönheit schlichter Formen bis zu extravaganten Großkeramiken ist alles vertreten.

Die von der chinesischen Kultur geprägten Exponate überwiegen. Manchmal ist diese Besinnung auf die eigene Historie jedoch durchaus mit einem Augenzwinkern und einem Schuss Selbstironie vorgetragen. In jedem Fall zeichnen sich die Exponate durch meisterhafte Beherrschung der Techniken aus.

Diese herrliche Sammlung ist nun auch kostenlos zu besichtigen, nachdem die Besucher in den vergangenen Jahren wohl ausgeblieben waren, als sie Eintritt zahlen sollten. Es lohnt sich.

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