Mahlzeit

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Das hervorragende und noch dazu ziemlich preiswerte Essen in Singapur wäre allein schon ein guter Reisegrund. Zwar gibt es natürlich auch ausreichend noble Esstempel, doch das schönste Ambiente haben nach wie vor die Foodcourts und Eckrestaurants fürs einfache Volk und jeden Tag. Viel Plastik, keine Deko, bodenständiges Angebot und meist unschlagbar günstige Preise. Allerdings sind auch hier teils recht deutliche Veränderungen im Vergleich zu unserem letzten Besuch hier festzustellen.

Nicht zuletzt wohl durch die wachsende Dominanz neuer Zuwanderer aus China findet auch ein schleichender Wandel im Angebot der wirklich unzähligen Restaurants und Garküchen statt. Hatte man vor zehn Jahren eigentlich überall die freie Auswahl aus einer riesigen Bandbreite von Regionalküchen Südostasiens, Südindiens und Chinas, so bildet chinesisches Essen heute eindeutig den Schwerpunkt. Selbst der Charakter der nicht-chinessichen ethnischen Nachbarschaften Little India und Arab Street bleibt davon nicht verschont.

In Little India fehlen mittlerweile die einst typischen Stoff- und Modegeschäfte, und in der Arab Street ist das ethnische Gewerbe ebenfalls auf der Strecke geblieben. Während sich in ersterem die Hostels breit machen, drängen sich im moslemischen Viertel Irish Pubs und Tequila Bars in den historischen Gebäuden rund um die Moschee.

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Gegessen werden muss aber immer. Das schließt nach den Lehren der chinesischen Volksreligionen auch die Vorfahren mit ein. Die dürfen besonders im Geistermonat nicht hungrig bleiben, damit sie nicht auf dumme Gedanken kommen. So werden auf den Straßen Tafeln aufgestellt, an denen begleitet von daoistischen Riten die Ahnen gespeist werden.

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Im buddhistischen Tempel läuft das etwas organisierter ab. Schließlich müssen hier gleichzeitig viel mehr verstorbene Mäuler mit vegetarischem Fleischimitat und Shrimps aus Sojabohnen gefüllt werden als in der daoistischen Privatfütterung am Straßenrand. Dass dabei die Individualität auf der Strecke bleibt, muss man wohl hinnehmen.

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Die Nahrungs- und Genussmittelvorlieben einiger Hilfsgötter lassen zumindest Stirnrunzeln aufkommen. Aber wenns beliebt, tuns eben auch Zigaretten und kalter Kaffee aus dem Plastikbecher. In Singapur sind die Jungs offenbar deutlich genügsamer als in Taiwan. Dort würden sie sich nicht mit Kippe und Kopi zufrieden geben.

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