Auf nach Wupperthal

Kein Witz, in der Abgeschiedenheit jenseits der Zedernberge liegt Wupperthal. Diese kleine landwirtschaftliche Siedlung geht auf die Gründung eines deutschen Missionars zurück und ist auch heute noch so weit entfernt von jeglicher Moderne, wie man es sich nur vorstellen kann. Der Weg dorthin führt durch eine Gegend, in der unsere GPS-Navigation weit und breit keine befahrbare Straße anzeigte…

aIMG_0121

Nach dem Frühstück hieß es also wie jeden Tag: Zelt einklappen und aufsitzen. Hinzu kamen jedoch die Vorbereitungen für den Vierradbetrieb in unwegsamem Gelände: Reifendruck reduzieren!

aIMG_0130.jpg

Über Sandpisten ging es bergauf und bergab zunächst in das kleine Dorf Eselsbank. Immerhin haben sie dort Traktoren, was bei der Größe der Felder, die wir sahen, schon luxuriös erscheint.

aIMG_0135.jpg

Esel sahen wir allerdings erst viel später in der Nähe von Wupperthal. Die Fahrt verlief eigentlich völlig unspektakulär, und nur eiunmal musste ich das Vierradgetriebe nutzen.

Hier also der versprochene Esel. Er war übrigens keineswegs allein.

aIMG_0177

An diesen bizarren Bergen vorbei ging es nun steil bergab ins Wupperthal.

aIMG_0153.jpg

Eine Kirche, eine Schule, ein Krämerladen, ein Café – und eine Schuh“fabrik“ – das ist Wupperthal in den Zedernbergen.

Nicht weit entfernt befindet sich eine Gegend, in der die San, die Ureinwohner der Kapregion, Zeugnisse ihrer Kultur hinterlassen haben.

aIMG_0209.jpg

Auf den ersten Blick unwirtlich wie alles hier, war zumindest die Straße gut befahrbar. Auf der anschließenden Wanderung stachen zunächst besonders die grell grünen Büsche ins Auge, die einen so starken Kontrast zu der trockenen Felslandschaft bilden.

aIMG_0212.jpg

Die folgende Entdeckungstour brachte dann eine große Zahl von primitiven aber durchaus sehr künstlerischen Felsmalereien zum Vorschein, die man wohl am ehesten als steinzeitlich bezeichnen könnte.

aIMG_0213.jpg

aIMG_0249.jpg

Allerdings endete die Steinzeit für die San hier erst nach dem Eintreffen europäischer Kolonisatoren und Siedler, welche dieses Volk nicht nur in die Neuzeit katapultierte sondern auch fast ausrottete.

aIMG_0260.jpg

Durch Steinwüste, die hier eindeutig vulkanischen Ursprungs ist, und auf zunächst guten Straßen ging es zurück ins Camp.

aIMG_0261.jpg

Beim Einkauf vor dem Abendessen in Clanwilliam stellte sich allerdings sehr deutlich heraus, dass wir uns weit weg von den wenigen urbanen Konsumzentren des Landes befanden. Aus irgendeinem Grund stand mir der Sinn nach Risotto mit Pilzen. Reis hatten wir, es fehlten die Pilze. Auf Nachfrage in einem ziemlich großen Supermarkt (wenn auch der einzige dort) hieß es, getrocknete Pilze könnten wir vielleicht – wenn überhaupt – in Kapstadt bekommen: bei Woolworth! Das ist in Südafrika nicht der in die Jahre gekommene Billigheimer, den man aus Deutschland noch vereinzelt kennt. Hier ist Woolworth eher ein Luxuskaufhaus mit eigenen Marken…

Immerhin wurden wir entschädigt durch die feinen Weine, die diese Gegend um Clanwilliam überraschenderweise zu bieten hat. Insbesondere der Pinotage war um einiges besser als in der viel bekannteren Gegend um Stellenbosch!

aIMG_0123.jpg

Nach langer Fahrt über Rüttelstraßen und durch absolute Dunkelheit kamen wir wohlbehalten in unserem Camp an. Den Sonnenuntergang hatten wir an diesem langen Tag natürlich verpasst, aber so bot sich ansonsten jeden Abend der Gipfel hinbter unserem Camp im letzten Sonnenlicht dar. Ganz oben aiuf dem Gipfel verbergen sich die grandiosen Wolfberg Cracks, die Ziel unserer anstrengenden Wandertour am folgenden Tag waren…

aIMG_0002.JPG

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s