Allradabenteuer

aIMG_1235

Die Strecke ist freigegeben, also kann es losgehen. Erstmal kräftig Luft aus den Reifen ablassen, dann ist es soweit. Wir fahren früh, denn die Strecke ist lang und wird wohl den ganzen Tag in Anspruch nehmen.

aIMG_1063

Die ersten Tiere, die uns begegnen, sind wieder einmal Zebras. Etwas später an einem Wasserloch sehen wir noch einige. Obwohl es eigentlich noch recht kühl ist, flirrt die Luft über der Ebene.

aIMG_1056aIMG_1053

Das eigentliche Abenteuer ist jedoch nicht im Bild dokumentiert. Zunächst geht es eine steile Schotterpiste hinauf. In meinem Leichtsinn denke ich noch: Die packe ich auch ohne Vierradantrieb. Doch dann erweist sicht der Anstieg als steiler als gedacht. Der Motor säuft ab. Handbremse ziehen, die Mistkarre rutscht schräg nach hinten – und unten! – ab. Neu durchstarten, Allradantrieb zuschalten und sachte Gas geben. Der Wagen kämpft sich langsam und beschwerlich bergan, kein Abrutschen, kein Ausbrechen mehr. Geschafft.

aIMG_1226

Etwa zwei Stunden später die nächste Bergetappe. Ich bin gewarnt. Allradantrieb rein, und los gehts. Im Schneckentempo geht es die schmale Piste hoch, rechts der Abgrund. Eigentlich kann es nicht mehr steiler werden. Wird es aber. Ich sitze nach vorn gereckt, Nase fast an der Windschutzscheibe, und sehe doch ausschließlich den Himmel über mir. Ein banger Blick aus dem Seitenfenster nach vorn sagt mir: Es kommt noch schlimmer. Ein Felsüberhang trennt uns vom Scheitelpunkt. Zentimeter für Zentimeter voran, Fronträder über den Felsvorsprung. Gefühlt steht das Auto fast senkrecht. Noch ein Prozent mehr Steigung, und wir machen einen Salto rückwärts. Eine gefühlte halbe Ewigkeit und diverse Rinnsale Schweiß auf der Stirn – es ist heiß! – später steht der Wagen wieder waagerecht auf dem Kamm.

Nach stundenlanger Fahrt ist uns nicht ein einziges anderes Auto begegnet, das Handy hat keinen Empfang, und ich hoffe innerlich, dass vor uns nicht noch größere Schwierigkeiten warten. Doch Eines weiß ich genau: Es geht nur weiter voran, auf gar keinen Fall zurück. Über diesen Felsvorsprung hinunter ins Nichts fahre ich ganz bestimmt nicht.

Als nächstes wartet die Durchquerung eines schlammigen Flussbetts. Vor ein paar Tagen ging es hier im Regen wohl mächtig zur Sache. Die Furt ist schmal. Ausgerechnet jetzt Gegenverkehr. Aber der Anblick des Rangerjeeps ist doch beruhigend. Die werden hier wohl täglich ihre Runde machen.

Aussteigen ist übrigens prinzipiell strikt verboten. Es soll hier Löwen geben. Die haben sich zwar wahrscheinlich in den nördlichen Teil des absoluten Sperrgebiets zurückgezogen. Aber man weiß ja nie. Die Mittagspause in einem großen mit dichten Büschen umstandenen Zaunverschlag tut gut. Und plötzlich ist der Busch rundum im Aufruhr. Knacken, Knistern, schrille Schreie. Erst später erkennen wir, dass hier eine Horde Paviane unmittelbar neben uns vorbeigezogen ist.

Den ganzen Tag auf Achse, konzentriertes Fahren, Ausschau halten nach Tieren, Starren durchs Fernglas, die Zeit fast vergessen. Auf dem Rückweg ins Camp vertreten wir uns an einem Canyon die Füße. Da scheint doch etwas rötlich im kargen Grün (schwarzer Pfeil im oberen Bild)…

aIMG_1163aIMG_1162

Ähnlich bunte Exemplare (jeweils 12-15 cm groß) hatten wir dann auch noch im nächsten Camp direkt vor unseren Nasen.

aIMG_1307

Schon innerhalb des elektrozaungeschützten äußeren Areals um das eigentliche Camp herum wartete dann noch ein botanischer Lehrpfad. Nach dem Besuch von Kirstenbosch sahen wir dort keine Überraschung, aber immerhin die schon bekannten Pflanzen in ihrem normalen Habitat.

aIMG_1174

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s