Auf in die Alta Rocca

Überall auf Korsika ist man schnell im Hochgebirge. Die Kontraste sind krass. Bei strahlendem Sonnenschein kleteretn wir Serpentine um Serpentine von Ajaccio hinauf in die Alta Rocca. Doch die ersten Wolken kündigten schon den bevorstehenden Wetterumschwung an. Zunächst ging es nach Quenza, malerisch am Hang gelegen, mit den berühmten Aiguilles de Bavella Kette hoch oben…

Eine ganz ernste Sache

Plakate in Calvi kündigten ein großes Fest an. Samstag Nachmittag, Ende Mai, Calenzana, ein Bergdorf in der Balagne. Korsische Feste – sofern sie nicht für Touristen organisiert sind – scheinen sich durch Unaufgeregtheit, Langsamkeit und die Abwesenheit von Attraktionen auszuzeichnen. Jedenfalls sind letztere für Außenstehende nicht ohne weiteres als solche zu erkennen… Es war also…

Wir sitzen fest in Saint Florent

Was tun, wenn man wegen der ausstehenden Autoreparatur in Saint Florent festhängt? Zugegeben, es gibt unangenehmere Orte als dieses kleine Hafenstädtchen. Aber soviel gibt es denn hier in der Vorsaison doch nicht zu tun. Seekajak fahren zum Beispiel? Fehlanzeige. Die Vermieter befinden sich noch im Winterschlaf. Also in die Berge und an der Küste entlang…

Licht und Farben

Im Landesinneren locken die Montagne noir, die schwarzen Berge. Wie oft gibt es die wohl verteilt über ganz Frankreich? In die ersten Berge oder Hügel gleichen Namens hatte es uns vor vielen Jahren nördlich von Carcassone verschlagen. Landschaftlich haben die beiden Hügelgebiete wenig miteinander zu tun. Und hier im Finistère ließ es sich auch besser…

Schwere Kost und Küstenwache

Seit dem letzten Ausflug in die Bretagne ist ein halbes Jahr vergangen. Nun, im Herbst, haben wir ein herrliches Quartier mitten im Finistère in einer uralten ehemaligen Pfarrei gefunden. Während wir im Mai überwiegend die liebliche Südküste abgeklappert hatten, zog es uns zuerst an die Nordspitze nach Ménéham. Zwischen Granitblöcken eingekeilt liegt hier malerisch ein…

Meerumtostes Auenland

Überall blüht es Anfang Juni im Finistère. Besonders entlang der zerklüfteten Küstenabschnitte breiten sich vielfältige Blumenteppiche aus. Selbst ganz am Ende der Welt in Sichtweite der Pointe du Raz dominieren zarte Blüten wo wir Sturm erwarteten. Wilde Küsten waren was wir erwartet hatten, nachdem wir vor ein paar Jahren die Granitküste im Norden der Bretagne…

Kunststück am Ende der Welt

Das Chateau de Trévarez im Finistère hat sich der modernen Kunst und der Pflege der Gartenkunst verschrieben. Da muss dann auch schon mal das Haupthaus dran glauben. Es ist allerdings längst nicht so alt wie es scheint. Hier hat sich einer der Reichen vor gut hundert Jahren ein historisierendes Schloss in neogotischem Stil mit allen…

Scheue Mädels

Nach einem gemütlichen Frühstück im Camp machten wir uns zur nächsten Safari in einem Teil des Camdeboo Nationalpark auf, der auch wieder nur für Fahrzeuge mit Vierradantrieb und für einige wenige Tagesbesucher zugänglich ist. Allerdings waren die Herausforderungen hier deutlich geringer. Es ging angesichts der Bodenwellen auf den Pisten mehr um die Bodenfreiheit als um…

Beton, Glasscherben und die Bibel

Keine Ahnung, ob Miss Helen jemals etwas von Picassiette, dem genial durchgeknallten Friedhofsgärtner im französischen Chartre gehört hatte, der sich sein eigenes Haus gebaut hatte und dann über Jahrzehnte mit überwiegend biblischen Szenen verzierte – Betonfiguren und Mosaiken aus Scherben. Wohl eher unwahrscheinlich, denn Miss Helen begann ihr Werk wohl in der zweiten Hälfte der vierziger…

Allradabenteuer

Die Strecke ist freigegeben, also kann es losgehen. Erstmal kräftig Luft aus den Reifen ablassen, dann ist es soweit. Wir fahren früh, denn die Strecke ist lang und wird wohl den ganzen Tag in Anspruch nehmen. Die ersten Tiere, die uns begegnen, sind wieder einmal Zebras. Etwas später an einem Wasserloch sehen wir noch einige….

Von wegen schwarz-weiß

Wer glaubt, dass Zebra gleich Zebra ist, der ist schwer im Irrtum. Und längst nicht alle Zebras lassen sich auf schwarz-weiß gestreift reduzieren. In Südafrika leben Steppenzebras und Bergzebras mit diversen Unterarten. Alle gehören zur Familie der Pferde, während das in Ostafrika vorkommende Grévyzebra eine Eselart ist… Viel spannender ist jedoch, dass die wenigsten Zebras,…

Hinter den Schwarzen Bergen

Ortswechsel. Sechs Stunden reine Fahrtzeit hatten wir für die 450 km lange Strecke zum nächsten Ziel berechnet. Wir verließen Heidelberger Gegend nach einem opulenten Frühstück bei strahlendem Sonnenschein, überquerten die Zuurberge nach Norden, machten einen kurzen Rundgang durch das als Künstlerkolonie bekannte Barrydale und legten eine Mittagspause in dem Örtchen Calitzdorp ein. In der unaussprechlichen Haupstadt…

Nicht besonders helle aber wohlschmeckend

Diese Tiere bildeten auf der Straußenfarm nur den Streichelzoo für die weißen Mittelklasse-Südafrikaner, die hier mit ihren Großstadtkindern das Landleben suchten. Das fast völlige Fehlen aller anderer Hautfarben im Inlandstourismus der Rainbow Nation war auch das, was uns das größte Unbehagen bereitete. Auf der gesamten Reise begegneten wir schwarzen Südafrikanern eigentlich immer nur in ihren…

Schafe in Aquarell

Für Ostern war denkbar schlechtes Wetter angesagt, Regen und Kälte. In den Nationalparks in der Region, die wir uns für diese Tage ausgeguckt hatten, waren entsprechend alle festen Quartiere ausgebucht. Eine wie sich zeigte hervorragende Alternative bot sich mit einer der ganz wenigen extensiv bewirtschafteten Straußenfarmen in der Nähe von Heidelberg. Dieses einsame weiße Exemplar…

Land’s End

Wir verließen die Zedernberge, stoppten auf unserem Weg nach Südosten zum Weinkauf und genossen die Farbenspiele in der sanft hügeligen Weite der südafrikanischen Ebene. Unser Ziel am Cape Agulhas, dem südlichsten Zipfel Afrikas, bot dann ein Feuerwerk der Farben. Mit Blick Richtung Südpol genossen wir den Abend auf unserer Terrasse am Grill.

Auf nach Wupperthal

Kein Witz, in der Abgeschiedenheit jenseits der Zedernberge liegt Wupperthal. Diese kleine landwirtschaftliche Siedlung geht auf die Gründung eines deutschen Missionars zurück und ist auch heute noch so weit entfernt von jeglicher Moderne, wie man es sich nur vorstellen kann. Der Weg dorthin führt durch eine Gegend, in der unsere GPS-Navigation weit und breit keine…

In der Heimat des Rooibos

Von Kapstadt aus fuhren wir mit dem Monstrum von gemietetem Geländewagen schnurstarcks Richtung Norden. Ich war heilfroh, dass wir die Straße überwiegend für uns allein hatten, sobald wir das Stadtgebiet verlassen hatten. So konnte ich mich schnell an die Abmessungen des Wagens, die Tatsache, dass der Blick zurück nur über die Außenspiegel möglich war, und…

Im Wald der Monster von Bomarzo

Nun kommen endlich auch die Bilder aus Bomarzo, das eigentlich unser Ziel war, als wir zufällig in Bagnoregio landeten. Seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts bevölkern riesige steinerne Fabelwesen das bewaldete Anwesen, das einst dem letzten Feudalherrn von Bomarzo gehörte. Dieser Vicino Orsini ließ den „Park“ zwischen 1552 und 1585 als Heiligen Wald anlegen,…

Königlich baden

Königlich baden, das versprach unsere nächste Etappe nach Rom – der runde und tiefe Vulkansee von Bolsena, an dessen Ufer wir für einige entspannte Tage mit Paddeln, Baden und Ausflügen Quartier bezogen. Der See hat es allerdings in sich. Jedes Jahr ertrinken hier unbedarfte Menschen. Selbst das Paddeln ist nicht ohne, denn nach einer absolut…

Aus der Zeit gefallen

Als wir uns über kurvenreiche Bergstraßen und durch den Nebel von Spoleto hinauf zum Piano Grande mühten, passierten wir auf einem besonders steilen Abschnitt einen Viehtransporter, der sich durch die engen Serpentinen hinauf kämpfte. Sofort schoss uns durch den Kopf: Warum müssen die armen Tiere über die Berge in den Schlachthof gefahren werden? Welche verrückten…

Linsenzählerei

Wie man sieht, sieht man zunächst einmal nichts, oder doch zumindest nicht viel. Und genau so viel sahen wir, als wir nach schier endlosem Klettern über Pass-Straßen am Rande des Piano Grande in den Monti Sibilini ankamen. Irgendwann lichteten sich die Wolken dann aber und gaben auf knapp 1500 m über dem Meer den Blick…

Was haben (fast) alle toskanischen und umbrischen Städte gemeinsam?

Wenn toskanische Kleinstädtchen etwas gemeinsam haben, dann sind es die wirklich imposanten Plätze und die Paläste – hier der 1332 erbaute Palazzo dei Consoli am Hauptplatz von Gubbio. Und wenn Touristen aus nördlicheren Gefilden etwas gemeinsam haben, dann ist es das Herumlaufen in der größten Mittagshitze… Gegenüber steht der Palazzo dei Priori, der heute das…

Vor den Toren von Florenz

Wenn man wie wir eine Woche lang nur zwischen den steinernen Zeugen der machtvollen und reichen Vergangenheit von Florenz unterwegs ist und in der Innenstadt von Museum zu Museum läuft, bekommt man schonmal einen Koller. Weit und breit kein Grün, keine Bäume, kaum mal Pflanzen. Erst nach Tagen wurde uns bei einem Besuch im Boboli…

Gerade nochmal gut gegangen

Dass in diesem Tempel während des letzten großen Erdbebens in Taiwan vor ein paar Jahren wirklich niemand zu Schaden gekommen ist, grenzt schon an ein Wunder. Aber so hat die strukturschwache Gegend nun nicht nur ein Mahnmal sondern auch eine touristische Attraktion.

Sonne, Mond und…

nein, diesmal nicht Sterne wie in dem Kinderreim. Hochsommer in Taiwan (diemal Anfang August 2013) war noch nie ein besonderes Vergnügen. Da hilft nur die Flucht in die Berge. Und da liegt in Zentraltaiwan auch der Sonne-Mond-See, zwar nicht besonders hoch, aber doch Kühlung versprechend. Wenn da nicht der Eigentümer, die monopolistische Elektrizitätsgesellschaft, wäre: Schwimmen,…

Reformdörfer im Migrantenland

Nicht nur Villen und Wehrtürme wurden von den Migranten in den Dörfern rund um Kaiping gebaut, obwohl diese heute die spektakulärsten Gebäude darstellen und zum größten Teil dafür verantwortlich sind, dass Dörfer wie hier Jinjiangli unter Schutz gestellt wurden. In einigen Dörfern wurden mit Hilfe der Überweisungen und der Ideen der Migranten im Ausland geradezu…

Von Wehrtürmen und Villen

Die Region um Kaiping herum ist voll von Überraschungen. Schon vor Jahren sah ich durch Zufall ein Foto eines Wachturms, der mich stark an die Gebäude erinnerte, die ich im Chettinad in Südostindien gesehen hatte. Dabei handelte es sich um große Klanhäuser in einer sehr dörflichen Gegend Tamil Nadus. Die Leute hier waren seit dem…

Gegen den bösen Blick – und Vampire?

Der Spiegel mit den Hexagrammen an der Hauswand ist im ländlichen China heute wieder allgegenwärtig. Wie wohl fast überall auf der Welt soll er den bösen Blick und Dämonen abwehren. Das rote Gefäß, das am Morgen jeweils ein brennendes Räucherstäbchen aufnimmt, ist recht typisch für Guangdong. Ob in diesem Dorf keine 150 km von der…

Vor und hinter verschlossenen Türen

Anders als den Ladenzeilen fehlen den westlich beeinflussten Wohnhäusern, die vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Beginn der vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts als Ausdruck von Modernität in Beton errichtet wurden, die typischen Arkadengänge. Dafür weisen die meisten trotz  aller Urbanität ein spezifisches Element ländlicher Architektur auf: Eine traditionell aus horizontalen Holzstangen bestehende Schiebetür,…

Schleimünde im Mai

Aller guten Dinge sind zwei. Hatten wir unser jährliches Himmelfahrtskommando – erstmals mit Frauenbeteiligung – am Freitag nach Himmelfahrt wegen stürmischen Winds und kräftiger Welle abbrechen müssen, so erwartete uns in leicht veränderter Besetzung eine Woche später beinahe ein Ententeich, wo eine Woche zuvor noch aufgewühltes Meer war. So starteten wir wo wir vor Wochenfrist…

Arrested Development – made in Brandenburg

Arrested Development – die Einen werden sich dabei an eine ziemlich coole Hip Hop Band erinnern, andere denken eher an eine TV-Serie. Wird wohl eine Altersfrage sein und eine der persönlichen Vorlieben. Beide sind aber auf dem Holzweg. Hier geht es um ein verhindertes immobiles Sahnestückchen am Ufer des Scharmützelsees im südöstlichen Brandenburg. Zwischen VEB…

Moderne Höhlenmenschen

In der Gegend von Saumur gibt es einige villages troglodytes, also D??rfer von H??hlenmenschen. Dahinter verbirgt sich, dass an Abbruchkanten teilweise komplette H??user in den Tuffstein gegraben wurden, teilweise mit gemauerten Teilen davor. Auch di…

Hoch über einer Steilwand am Lot

Mit nur noch knapp ??ber 200 Einwohnern ist Saint-Cirq-Lapopie nur ein kleines Nest ??stlich von Cahors. Da unser franz??sischer Reisef??hrer aus dem Schw??rmen gar nicht mehr heraus kam, das Dorf offiziell als eines der sch??nsten D??rfer Frankreichs gi…

Das Dorf mit dem Stern

Moustiers Sainte Marie ist eines der sch??nsten D??rfer der Provence, das ich mir vorstellen kann. Der Goldene Stern, der hoch ??ber den D??chern an einer Kette zwischen den bekr??nenden Felsgipfeln h??ngt, tr??gt nicht unerheblich zum Reiz dieses Ortes …

Pardon, le Verdon

Die Schluchten des Verdon kann man n??rdlich und s??dlich des Flusses jeweils auf einer Hochstra??e durchfahren oder am Grund durchwandern. Dieses Mal begn??gten wir uns mit der Befahrung der s??dlichen Route, da wir die Wanderung vor einigen Jahren sc…

Wein und Schein

Wie man aus dem Foto des letzten Eintrags aus Grasse ersehen kann, hatten die Wetterg??tter Erbarmen. Der sonnige Nachmittag reichte, um unser Zelt mehr oder weniger trocken zu legen. Um nichts zu riskieren verbrachten wir die – niederschlagsfreie …