Stein auf Stein

Granit, überall Granit. In wohlhabenden Städtchen wie Quimper hinter Putz versteckt, ist von allerlei Flechten und Moosen bewachsener Granit doch überall das wichtigste und auch dauerhafteste Baumaterial. Je älter und verwitterter die Mauern, desto größer ihr Reiz. Allerdings gibt es hinter diesen Mauern auch immer wieder Feuchtigkeitsprobleme. Advertisements

Dornröschen hätte seine Freude

Am Rande von Graaf-Reinet steht man in einer kleinen Straße plötzlich vor einer Wand aus haushohen Kakteen und anderen stacheligen Gesellen. Ein unscheinbares Schild identifiziert diesen Ort als Obesa Nursery. Beim ersten Versuch scheiterten wir an dem verschlossenen Eisengittertor, aber einen Tag später wurde uns dann Eintritt gewährt. Zwar kann man hier durchaus Jungpflanzen erwerben, doch…

Weiter südlich nur noch die Antarktis

Das Restcamp im Agulhas National Park ist ein perfekter Rückzugsort. Die Zivilisation kann man weit hinter sich lassen. Wer braucht hier schon Satellitenfernsehen, auch wenn das zum Komfort der „Strandhütten“ im Nationalpark gehört? Meerumtost findet man sich in einer nahezu unberührten Landschaft südafrikanischer Küstenheide. Doch natürlich täuscht dieses Bild auch hier. Alle Fynbos-Gebiete der westlichen…

Duomo di Orvieto

Die Kathedrale Mariä Himmelfahrt wird in Orvieto einfach nur der Dom genannt. Dabei dominiert er gar nicht so das Stadtbild, wie man vermuten würde. Er steht eher am Rande und versteckt sich geradezu, wenn man von dem großen Parkplatz am Fuß des Berges, auf dem sich Orvieto erstreckt, die Stadt betritt. So kann es gut…

Königlich baden

Königlich baden, das versprach unsere nächste Etappe nach Rom – der runde und tiefe Vulkansee von Bolsena, an dessen Ufer wir für einige entspannte Tage mit Paddeln, Baden und Ausflügen Quartier bezogen. Der See hat es allerdings in sich. Jedes Jahr ertrinken hier unbedarfte Menschen. Selbst das Paddeln ist nicht ohne, denn nach einer absolut…

In Memoriam

Ein bißchen morbide sind diese Portraits ja schon. Gerade in ihrer Vergänglichkeit spiegelt sich jedoch auch die ästhetische Anziehungskraft nicht nur dieses Friedhofs in Rom. Dieses imposante Grabmal gilt dem Andenken an einen berühmten Pionier der Fliegerei, den ein Absturz sein Leben kostete.

Kolossal

Das ist vieles in Rom. Geschichte auf Schritt und Tritt. Im wahren Sinn des Wortes. Es gibt wohl keinen Quadratmeter in der Innenstadt, unter dem nicht die Trümmer der langen Geschichte schlummern. Für Städtebauer ein Albtraum, für Archäologen ein Traum. Natürlich ist das Colosseum der kolossalste der Kolossalbauten. Was überrascht, ist die extrem starke Verwendung…

Größenwahn im Schlafzimmer

Sein Schlafzimmer ließ der Erbauer der späteren Villa Farnesina in Trastevere von Sodoma mit der Hochzeit von Alexander dem Großen mit der persischen Königstochter Roxane schmücken. Überall treiben Putten ihr Unwesen. Auf dem Baldachin wühlen sie in den Laken, und das Gezerre an Roxane, die auf der Bettkante sitzt, soll man als lustvolles Entkleiden lesen….

Kunst und Kohle in Trastevere

Stadtauswärts über den Tiber kommt man in den netten Stadteil Trastevere. Eine der wichtigsten kulturellen Adressen ist die 1508-1511 erbaute Villa des toskanischen Bankers Chigi. Der Bauherr hatte sich nicht lumpen lassen und und Raffael und Co. mit der Ausmalung seines Hauses beauftragt. Allerdings hatte der erste Hausherr nicht wirklich lange etwas von dem Gebäude,…

piazze romane

Klar ist Rom tendenziell irre touristisch. Und neben den üblichen verkitschten Stadtansichten und Darstellungen von bella Italia in Öl, die man eigentlich seit den 1960er Jahren ausgestorben wähnte, laufen, lungern, „schweben“ auch an allen Ecken und Enden schräge Typen durch die Gegend. Indisch anmutende Schwebekünstler hatten in der Ewigen Stadt gerade besonders starke Konjunktur. Wenn…

Perspektiven der Macht

An unserem ersten Nachmittag in Rom wanderten wir ziellos durch die Innenstadt, um zunächst unabhängig von allen Reiseführern ein Gefühl für die Stadt zu entwickeln. Die erste Kirchentür, die wir öffneten, führte uns ahnungslos gleich in die Mutterkirche des 1534 gegründeten Jesuitenordens. 1584 geweiht wurde sie mit der Ausdehnung der Macht des Ordens zum Vorbild…

Aus der Zeit gefallen

Als wir uns über kurvenreiche Bergstraßen und durch den Nebel von Spoleto hinauf zum Piano Grande mühten, passierten wir auf einem besonders steilen Abschnitt einen Viehtransporter, der sich durch die engen Serpentinen hinauf kämpfte. Sofort schoss uns durch den Kopf: Warum müssen die armen Tiere über die Berge in den Schlachthof gefahren werden? Welche verrückten…

Linsenzählerei

Wie man sieht, sieht man zunächst einmal nichts, oder doch zumindest nicht viel. Und genau so viel sahen wir, als wir nach schier endlosem Klettern über Pass-Straßen am Rande des Piano Grande in den Monti Sibilini ankamen. Irgendwann lichteten sich die Wolken dann aber und gaben auf knapp 1500 m über dem Meer den Blick…

Spoleto

Das Wetter spielte nicht gerade sommerlich, als wir hier unterwegs waren. Jeden Moment drohte ein Regenguss. Noch vor dem Stadtrundgang, auf dem uns dann tatsächlich ein Schauer erwischte, stärkten wir uns im Bioladen. Unser unübertroffener Reiseführer riet zu dieser Alternative zum fleischlastigen Essen der Region. Der Bioladen Il Biologico an der Ponte Garribaldi in der…

Was haben (fast) alle toskanischen und umbrischen Städte gemeinsam?

Wenn toskanische Kleinstädtchen etwas gemeinsam haben, dann sind es die wirklich imposanten Plätze und die Paläste – hier der 1332 erbaute Palazzo dei Consoli am Hauptplatz von Gubbio. Und wenn Touristen aus nördlicheren Gefilden etwas gemeinsam haben, dann ist es das Herumlaufen in der größten Mittagshitze… Gegenüber steht der Palazzo dei Priori, der heute das…

Deutschland, ein Wintermärchen

Märchenhaft wirkte diese Allee auf Rügen schon, aber winterlich? Okay, die Bäume sind kahl, aber auf ein bißchen Schnee hatten wir Ende Dezember schon gehofft. Letztendlich haben wir weder wirklich winterliche noch die vor inzwischen mehr als zwanzig Jahren versprochenen blühenden Landschaften im Nordosten gefunden. Immerhin gehts auch bunter, wie hier in Wismar. Miesepeter könnten…

Skurrile Details

Die italienische Renaissance ist nicht nur bekannt für klare Linien und die Wiederentdeckung der klassischen geometrischen Formen der griechischen und römischen Klassik. In der Ausmahlung der Palazzi feiern die Groteskenmaler Triumphe. Schöner als diese skurrilen Wanddekorationen, die den Geist der Zeit widerspiegeln und viele versteckte Bedeutungen transportieren, sind aber die Details, die sich auf vielen…

Laubengänge in Äquatornähe

Wie in Südchina sind die traditionellen Straßenzüge Singapurs mit Arkaden ausgestattet, die es Fußgängern zu allen Zeiten erlaubten, unbeschadet von Sonne oder tropischen Regengüssen durch das Viertel zu navigieren. Mal kann man dort Jugendstilkacheln entdecken, mal einen Altar, der zusammen mit dem Hufeisen aus einem ganz anderen kulturelen Kontext das Geschäftsglück garantieren soll. Und manchmal…

Art Deco im Stadtstaat

   Waren es in der Vergangenheit vor allem die typischen chinesischen Häuser im südostasiatischen Stil, die zu Zwecken der Identitätsstiftung und als Touristenattraktionen restauriert und herausgeputzt wurden, so hat Singapur erst vor wenigen Jahren den Wert der baulichen Zeugen jüngerer Epochen entdeckt. Ganz hoch im Kurs stehen derzeit die Gebäude der singapurianischen Art Deco Phase….

Guangzhou Heritage

Dies wird vorerst der letzte Eintrag aus Guangzhou sein, denn ein paar andere Orte der Asienreise im Sommer warten noch in der Pipeline, obwohl der Asienaufenthalt nun schon wieder mehr als einen Monat zurück liegt. Guangzhou hatte nie sehr viele herausragende historische Sehenswürdigkeiten zu bieten. Dazu entwickelte sich die Stadt in den letzten 150 Jahren…